Eine Ortsbeschwimmung // 2021

Es ist Badesaison, die Ortsbeschwimmung lädt Sie ein auf das liquide Parkett, wo das Schaumbad zum Schaubad wird. Eine Ortsbeschwimmung, im Rahmen von TKI open21_ausbaden der Tiroler Kulturinitiativen, heißt Besucher:innen zu außergewöhnlichen Abenden willkommen. Elena Carr und Franziska Schindler bespielen zwei Hallenbäder in Innsbruck und nahegelegenem Telfs und machen das kollektive Ausbaden der anhaltenden Krise hautnah spürbar. Das bereits 2018 im Badehaus der Wiener Sargfabrik von Elena Carr inszenierte Stück findet so 2021 unter Einhaltung von geltenden Hygiene- und Abstandsregeln eine Wiederaufnahme und Neukonzipierung. Raum für Neues ist dort, wo sich Gespräche in den Gängen oder nach einer Weile im heißen Wasser mit verschrumpelten Fingern ergeben. Besucher:innen in Badebekleidung bewegen sich frei und erkunden während zweieinhalb Stunden den öffentlichen Raum Badeanstalt, aus Becken wird Bühne. Anekdoten aus der Kulturgeschichte des Badens werden aufgegriffen, um den mitunter beruhigenden Schwimmbadbesuch als Strategie des alltäglichen Zusammenlebens wiederzuerkennen und damit Gemeinsames zu kultivieren. Das Publikum darf sich über bemerkenswerte Shownummern im Becken sowie am Trockenen erfreuen: Synchronschwimmen, Wasseraerobic, Sprechchor, Improvisation und Partizipation, eine Klangkulisse als live-set und die Filmprojektion historischer Badaufnahmen (1911 – 1972) des Wiener Stadt- und Landesarchivs im Wasserkino werden mitunter im Wasser durch körperliche Nähe erfahrbar.

Buch u. Regie ELENA CARR, FRANZISKA SCHINDLER
Konzept ELENA CARR
Soundscape ANNA SOPHIE ADELT
Bühne u. Kostüm ELENA CARR, FRANZISKA SCHINDLER
Synchronschwimmerin ADÉL HORVATH
Off-Stimme MONIKA ZEISENBÖCK
Es spielen ANNA SOPHIE ADELT, ELENA CARR, ADÉL HORVATH, KILIAN KLAPPER, ELISABETH RASS, AGNIESZKA SALAMON, FRANZISKA SCHINDLER
Kamera ANNA ROSA LEA DIETZE, SIMONA DE FABRITIIS, CLAUS SCHINDLER, THERESIA SCHINDLER
Video SIMONA DE FABRITIIS

>> Eine perfekte Mischung aus Ekel und Eitelkeit, tiefe Blicke in die Seele der Bademeisterin und ein Hauch Dämlichkeit. Fantastisch. <<

>> Sehr, sehr lustvoll und zugänglich. Insbesondere das Kino auf dem Wasser hat mich sehr angesprochen und war auf witzige Weise entspannend – nicht meine Erwartungshaltung an Performances. Sehr beeindruckend auch die Aneignung des Raumes und Zeit- und Besucher:innenlenkung. <<

>> Endlich wieder im Schwimmreifen auf dem Wasser gleiten. Sehr interessant war das Kino – die historischen Betrachtungen des Schwimmens und der Schwimmbäder mitten im Becken – großartige Idee. <<

>> So ein wunderbar flüssiges Kaleidoskop <<

>> Dem Becken gings gut im Becken <<

>> Anders kommen wir aus dem Wasser, als wir rein gekommen sind, ganz anders. Wundervolle Wasserspiele! <<

>> Nasses Haar, Wassernasendusche, Sport, Schnaps, Kino, Spaß und Staunen. Wundervoll war es! Mit dem Grinsen im Gesicht verlasse ich das ehrwürdige Bad und ziehe dabei meinen Hut! <<

Bagegäst:innen

PRESSE

Tiroler Tageszeitung 25.08.21, Barbara Unterthurner
>> […] schließlich bewegt sich das Publikum als Badegast durch die Schwimmanlage. Plantschen und Saunieren inklusive. Ebenso wie Filmschauen und Briefeschreiben – „Eine Ortsbeschwimmung“ ist alles gleichzeitig. Mit den ZuschauerInnen als mitschwimmende „Sehleute“. […] geht es bei „Eine Ortsbeschwimmung“ […] um das Bad als Ort der Zusammenkunft und mitunter des Voyeurismus, dessen Geschichte und kulturelle Bedeutung. Auf spielerische Weise lädt der siebenköpfige „Trupp“ aus SchauspielerInnen (und mehr) das Publikum ein, selbst aktiv zu werden. <<

Oberländer Rundschau, 25.08.21
>> Ein Hallenbad ist ein bemerkenswert egalitärer Raum, ein Raum der Begegnung im ursprünglichsten Sinn. Denn in Badebekleidung sind alle Menschen gleich nackt: Reiche wie Arme, Rechte wie Linke, Einheimische wie Fremde treffen aufeinander wie sonst nirgends. […] Die Künstlergruppe um Elena Carr und Franziska Schindler nutzt diesen Umstand für eine lustvolle Performance in Becken, Sauna und Imbiss, aus Bad wird Bühne. […] erzählen experimentell, humvorvoll und bezaubernd von Nähe und Distanz in Zeiten der Vereinzelung, von Kindheitserinnerungen und der Kultur des gemeinsamen Badens. <<

meinbezirk 18.08.21, Katharina Ranalter
>> Unter Leitung der Bademeisterin heißt ein Trupp aus sechs PerformerInnen herzlich willkommen und führt durch den Abend. Es gibt außerdem Zeit, sich frei im Schwimmbad zu bewegen und das Bad in eigener Geschwindigkeit zu erkunden. Das Publikum darf sich also über bemerkenswerte Shownummern im Becken sowie am Trockenen freuen. “Das Publikum orientiert sich scheinbar selbstständig in der, das gesamte Schwimmbad umfassenden, Schau, außer es folgt den inszenierten Szenen”, so Carr und Schindler weiter. “Wasserkino, Wasseraerobik in den Becken, Hirnbeschwimmung am Trockenen, Sauna und Schwimmbadimbiss bilden den Kosmos, in den es einzutauchen gilt.” Die BetrachterInnen werden somit zu AkteuerInnen, die sich frei bewegen und den Kunstraum Badeanstalt erkunden. <<